3 Tage in Stavanger mit kleinem Budget
Warum drei Tage in Stavanger kein Vermögen kosten müssen
Norwegen führt regelmäßig die Liste der teuersten Länder Europas an, und Stavanger bildet da keine Ausnahme – ein Kaffee, ein Sandwich oder eine kurze Taxifahrt können hier spürbar mehr kosten als zu Hause. Die Währung ist die norwegische Krone (NOK), nicht der Euro, und das ist für die Budgetplanung wichtig: Norwegen gehört weder zur EU noch zur Eurozone, jeder Preis, den Sie sehen, steht also bereits in Kronen da, und es gibt keinen günstigen Wechselkurstrick, auf den man sich verlassen könnte. Was die Kosten einer Stavanger-Reise wirklich bestimmt, ist nicht die Währung im Portemonnaie – sondern welche Aktivitäten Sie wählen.
Die mit Abstand größten Einzelposten einer typischen Reise sind eine geführte Lysefjord-Kreuzfahrt und der Eintritt in das Norwegische Erdölmuseum, und diese Reiseroute streicht beides. Was übrig bleibt, ist tatsächlich das Beste der Region: ein ganzer Tag mit kostenlosen Stadtsehenswürdigkeiten, ein ganzer Tag Wanderung zu einem der berühmtesten Aussichtspunkte Norwegens für den Preis eines Busfahrscheins und einer Parkgebühr, sowie ein dritter Tag mit Freiraum zum Durchatmen, günstig zu essen und noch ein paar weitere kostenlose Ecken der Stadt zu entdecken.
Ein Mythos, den man vor der Anreise ausräumen sollte: Bargeld spart hier kein Geld. Kartenzahlung ist in ganz Norwegen nahezu universell, kontaktlose Zahlterminals gibt es von der Bäckerei bis zum Busfahrer, und es gibt keinen Bargeldrabatt in dieser Reiseroute. Nehmen Sie eine Karte mit niedrigen Auslandsgebühren mit und verabschieden Sie sich von der Idee eines „Bargeld-Budgets“.
Tag 1: Stavanger zu Fuß, kostenlos
Verbringen Sie den ersten Tag fast vollständig im Stadtzentrum, wo die schönsten Sehenswürdigkeiten keinen Eintritt kosten.
Beginnen Sie in Gamle Stavanger, der Altstadt auf der Westseite des Vågen-Hafens. Rund 170 weiße Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert säumen hier gepflasterte Gassen – es gilt als die größte zusammenhängende Ansammlung erhaltener Holzhäuser in Nordeuropa, und der Rundgang kostet nichts. Es handelt sich um private Wohnhäuser, kein Museumsdorf – bleiben Sie daher auf den Straßen und öffentlichen Bereichen statt vor Haustüren und in Gärten. Ein selbstgeführter Spaziergang durch Gamle Stavanger dauert in gemächlichem Tempo ein bis zwei Stunden.
Von dort gehen Sie ins Zentrum zur Øvre Holmegate, einer kurzen Straße, die in kräftigem Pink, Gelb, Blau und Grün gestrichen ist. Sie ist eine der meistfotografierten Ecken Stavangers und ebenfalls kostenlos zu erkunden – ein Guide zur bunten Straße weist auf ein paar Details hin, die man beim schnellen Durchlaufen leicht übersieht.
Ganz in der Nähe markiert der Dom zu Stavanger die Gründung der Stadt: Er wurde um 1125 geweiht und ist die einzige mittelalterliche Kathedrale Norwegens, die ohne größeren Umbau noch steht und genutzt wird. Der Eintritt ins Innere ist in der Regel kostenlos oder gegen eine kleine Spende möglich.
Am Nachmittag fahren Sie mit einem lokalen Kolumbus-Bus (oder laufen, wenn Sie rund eine Stunde pro Strecke einplanen möchten) hinaus zu Sverd i Fjell am Hafrsfjord. Drei bronzene Schwerter, jedes etwa 10 Meter hoch, wurden hier 1983 mit der Spitze nach unten in den Fels gesetzt, um an die Schlacht von Hafrsfjord im Jahr 872 n. Chr. zu erinnern – die Schlacht, die traditionell als Einigung Norwegens gilt.
Es gibt weder Kassenhäuschen noch Öffnungszeiten; es handelt sich um ein öffentliches Denkmal auf offenem Gelände und eine der eindrucksvollsten kostenlosen Sehenswürdigkeiten der ganzen Region. Ein kurzer Guide zu den Schwertern im Fels liefert die Hintergrundgeschichte, falls Sie sich davor oder danach informieren möchten.
Beschließen Sie den Tag in der Nähe des Vågen-Hafens, wo Sandwiches aus dem Supermarkt oder ein Bäckereimittagessen nur einen Bruchteil eines Restaurantessens kosten. Wenn Sie Ideen suchen, die kein großes Essensbudget voraussetzen, finden Sie in Was man in Stavanger essen sollte Cafés und Bäckereien statt der teuersten Tische am Hafen.
Tag 2: Preikestolen – kostenlos zum Stehen, nur das Parken kostet
Dies ist der Tag, den man sorgfältig planen sollte, denn hier geben Menschen unbemerkt am meisten Geld aus.
Preikestolen, auf Deutsch Predigtstuhl, ist ein flaches Plateau 604 Meter über dem Lysefjord und zieht jährlich rund 300.000 Besucher an. Die Wanderung dorthin ist etwa 8 Kilometer lang (hin und zurück), dauert 4 bis 5 Stunden und überwindet rund 350 Höhenmeter ab dem Ausgangspunkt bei der Preikestolen Fjellstue. All das kostet nichts – der Weg verläuft über offenes Gelände, und das Plateau selbst ist frei zugänglich, ohne jede Absperrung an der Felskante. Halten Sie daher unabhängig davon, wie selbstsicher die Menschen um Sie herum wirken, deutlichen Abstand vom Abgrund.
Die einzigen echten Kosten an diesem Tag entstehen für den Weg zum und vom Ausgangspunkt. Wer mit dem Auto anreist, muss am Parkplatz der Preikestolen Fjellstue eine Gebühr zahlen. Wer kein Auto hat – und diese Reiseroute setzt genau das voraus – nimmt üblicherweise den saisonalen Shuttlebus ab Stavanger als günstigste Variante; ein Guide zur Anreise ohne eigenes Auto und eine Übersicht der Shuttlebus-Optionen verraten aktuelle Fahrpläne und Abholpunkte.
Wenn Sie abwägen, ob sich für Ihre Reisedaten eher der Shuttle oder ein Mietwagen lohnt, rechnet der Guide zu den Parkkosten beide Varianten gegeneinander auf.
Nehmen Sie eigenes Essen und Wasser mit, statt am Kiosk am Ausgangspunkt einzukaufen, tragen Sie richtige Wanderschuhe, auch wenn der Weg gut markiert ist, und prüfen Sie vor dem Aufbruch die Bedingungen – außerhalb der Zeit von etwa Mai bis September verändern Schnee und Eis den Schwierigkeitsgrad erheblich. Ist Regen angesagt, was hier häufig vorkommt, lohnt sich vorher ein Blick auf Wegbedingungen nach Regen.
Wer die gesamte Wanderung nicht allein zurücklegen möchte oder Gesellschaft und etwas Ortskenntnis auf dem Weg schätzt, findet auch ohne eigenes Auto eine geführte Option:
eine lokal geführte Wanderung in der Umgebung von Preikestolen
bündelt Transport und Guide in einer Buchung, was einfacher – wenn auch nicht unbedingt günstiger – sein kann, als Shuttle und Wanderung selbst zu organisieren.
Tag 3: Ein günstigerer Vorgeschmack auf den Fjord und die kostenlosen Ecken der Stadt
Am dritten Tag haben Sie die beiden großen Programmpunkte bereits kostenlos erlebt. Nutzen Sie diesen Tag, um einen Ausschnitt des Lysefjords zu sehen, ohne eine volle geführte Kreuzfahrt zu bezahlen, und lassen Sie den Tag anschließend in der Stadt ausklingen.
Eine geführte Lysefjord-Kreuzfahrt gehört zu den teuersten Einzelaktivitäten der Region, und diese Reiseroute streicht sie bewusst. Eine leichtere Alternative ist eine Punkt-zu-Punkt-Bootsfahrt statt einer landschaftlichen Rundfahrt:
eine Bootstour ab Stavanger nach Preikestolen über Forsand
bringt Ihnen ein Stück Fjordlandschaft quasi im Vorbeifahren von A nach B, zu geringeren Kosten als eine eigens gebuchte Aussichtsfahrt, da Sie für den Transport zahlen, nicht für eine Tour.
Wenn es Ihnen wichtiger ist, die gesamten 42 Kilometer Länge des Lysefjords vom Wasser aus zu sehen – Felswände von teils über 1.000 Metern Höhe, bis zu rund 400 Metern Tiefe –, als das Ersparte, dann seien Sie ehrlich zu sich selbst: unsere dreitägige Reiseroute rund um eine Lysefjord-Kreuzfahrt ist dann der bessere Plan, denn eine volle Kreuzfahrt in ein knappes Budget zu zwängen bedeutet meist, an anderer Stelle zu kürzen.
Eine Sache, die man an einem Budget-Tag besser meidet: Die Helikopteroption über Fjord und Plateau ist allen Berichten zufolge spektakulär, liegt preislich aber am anderen Ende der Skala im Vergleich zu allem anderen in dieser Reiseroute –
die Pulpit-Rock-Helikoptertour
lohnt es sich zu kennen für eine künftige, weniger budgetbewusste Reise, aber sie gehört nicht zu diesem Plan.
Verbringen Sie den Rest des Tages wieder in Stavanger auf kostenlosem Terrain: ein ruhigerer zweiter Rundgang durch Gamle Stavanger zu einer anderen Tageszeit, ein Spaziergang am Vågen-Hafen mit Blick auf die Boote, oder einfach ein Platz mitten in der Stadt mit einem Supermarkt-Mittagessen. Wenn Sie eine ausführlichere Liste kostenloser Aktivitäten über diese Reiseroute hinaus suchen, finden Sie in Stavanger günstig erleben: kostenlose Aktivitäten weitere davon gesammelt an einem Ort.
Bevor Sie abreisen, ist die Strecke zwischen dem Flughafen Stavanger und der Stadt mit dem Bus statt mit dem Taxi eine weitere leichte Ersparnis auf dem Weg nach Hause, und falls Sie noch überlegen, ob sich ein Auto überhaupt gelohnt hätte, klärt Braucht man in Stavanger ein Auto diese Frage für die meisten Budget-Reiserouten eindeutig: nein.
Was dieser Drei-Tage-Plan tatsächlich kostet
| Posten | Typische Kosten | Budget-Ansatz dieser Reiseroute |
|---|---|---|
| Eintritt Erdölmuseum | Moderater Ticketpreis | Vollständig gestrichen |
| Geführte Lysefjord-Kreuzfahrt | Einer der größten Einzelposten der Reise | Ersetzt durch eine Punkt-zu-Punkt-Bootstour oder gestrichen |
| Wanderweg und Plateau von Preikestolen | Kostenlos | Kostenlos – keine Änderung nötig |
| Parken am Ausgangspunkt bei Preikestolen | Kostenpflichtig, pro Auto | Vermieden durch Nutzung des Shuttlebusses statt Autofahrt |
| Gamle Stavanger, Øvre Holmegate, Sverd i Fjell | Kostenlos | Kostenlos – keine Änderung nötig |
| Lokaler Nahverkehr (Kolumbus-Busse) | Niedrig, pro Fahrt oder Tagesticket | Statt Mietwagen an allen drei Tagen genutzt |
| Essen | Restaurantpreise sind hoch | Supermärkte und Bäckereien statt Sit-down-Mahlzeiten |
| Bargeld vs. Karte | Kein Unterschied | Nur Karte – Bargeld bringt keine Ersparnis |
Ein weiterer Mythos, den man klar benennen sollte, da er die Planung rund um Norwegens Ruf als teures Land beeinflusst: Verlassen Sie sich nicht auf Bargeldzahlungen, Bargeldtrinkgeld oder Wechselkurstricks, um die Kosten zu senken. Norwegens Karteninfrastruktur ist so gründlich ausgebaut, dass Bargeld hier schlicht kein wirksamer Hebel ist – die Ersparnis in dieser Reiseroute kommt vollständig daher, welche Aktivitäten Sie wählen, nicht daher, wie Sie bezahlen.
Häufig gestellte Fragen zu einer Budgetreise nach Stavanger
Wie viel kostet eine 3-tägige Budgetreise nach Stavanger?
Ohne Flüge lassen sich drei genügsame Tage für einige tausend norwegische Kronen pro Person realisieren – für ein Hostelbett, Lebensmittel oder günstige Cafés, lokale Busse und den Shuttlebus zum Preikestolen. Wer das Erdölmuseum und eine bezahlte Lysefjord-Kreuzfahrt streicht, spart zwei der größten Einzelposten einer typischen Stavanger-Reise.
Ist die Wanderung zum Preikestolen wirklich kostenlos?
Ja. Für den Wanderweg und das Plateau selbst wird kein Eintritt verlangt. Die einzigen Kosten entstehen durch das Parken am Ausgangspunkt bei der Preikestolen Fjellstue – und wer mit öffentlichem Bus oder Shuttle statt mit dem Auto anreist, spart sich auch das.
Braucht man in Norwegen Bargeld, um Geld zu sparen?
Nein. Kartenzahlung ist in Norwegen nahezu flächendeckend üblich, und Bargeld bringt in Stavanger nirgendwo einen Rabatt oder Vorteil. Sich auf Bargeld zu verlassen, um Kosten zu senken, ist ein Mythos, den man besser schon vor der Reise ablegt.
Sollte man die Lysefjord-Kreuzfahrt streichen, um zu sparen?
Diese Reiseroute tut genau das, denn eine geführte Kreuzfahrt gehört zu den teureren Zusatzoptionen der Region. Wer den Fjord vom Wasser aus zu sehen wichtiger findet als das Ersparte, ist mit unserer dreitägigen Reiseroute rund um eine Bootstour besser bedient.
Ist der öffentliche Nahverkehr für diese Reise günstiger als ein Mietwagen?
Für diese dreitägige Route: ja. Die Kolumbus-Busse und der saisonale Preikestolen-Shuttle decken jede Station dieses Plans ab, und wer auf einen Mietwagen verzichtet, spart sich Benzin-, Park- und Versicherungskosten, die hier ohnehin nicht nötig sind.
Wo lässt sich in Stavanger günstig übernachten?
Hostelbetten und günstige Gästehäuser konzentrieren sich rund um das Stadtzentrum und den Vågen-Hafen, in Gehweite zu Gamle Stavanger und den Buslinien dieser Reiseroute – eine teurere, zentralere Lage ist nicht nötig.
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